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Das Urheberrecht für alle Rezensionen außer den namentlich gekennzeichneten liegt bei Gabi Neumayer. Sie dürfen nicht ohne Genehmigung veröffentlicht werden - auch nicht auszugsweise.

 

Walter Hoffmann, Brigitte G. Hölscher, Ulrich Thiele: Handbuch für technische Autoren und Redakteure, 2002, 436 Seiten, 49,90 Euro, Publicis

Technische AutorInnen und RedakteurInnen haben in den letzten Jahren eine enorme Ausweitung ihrer Aufgaben erlebt: Nicht nur Aufbau, Layout und gesetzliche Vorschriften müssen sie heute im Blick behalten, sondern sich nicht selten auch um Fotos, die Entwicklung der CD oder die Druckvorstufe kümmern. Um all die alten und neuen Aufgaben übersichtlich darzustellen und sowohl Einsteigern als auch Profis mit Tipps und Beispielen weiterzuhelfen, haben die AutorInnen dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk geschrieben.

Die großen Kapitel: Grundlagen der Technischen Dokumentation, Medien und Arten der Dokumentation, Aufbau und Inhalte einer Dokumentation, Vom Auftrag zur fertigen Dokumentation, Textgestaltung, Bildgestaltung, Typografie, Layout und Satz, Produzieren und Publizieren. Dazu kommen Hinweise für fremdsprachige Dokumentationen, Checklisten und Benutzertests, Beispielanleitungen und Infos zum Beruf des Technischen Redakteurs.

Das Buch ist durch zahlreiche Abbildungen, Checklisten und die Marginalien gut lesbar und übersichtlich gestaltet, außerdem verständlich geschrieben. Es bietet sowohl einen Überblick als auch konkrete praktische Hilfe.

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Peter Thiesen: Ideenmischmaschine, 2001, 112 Seiten, 19,90 Euro, Beltz Verlag

Ein kleines Ringbuch - und doch enthält es Tausende von Anregungen für Stegreifspiele. Es ist zwar nicht dafür gedacht, aber für AutorInnen eignet es sich ebenfalls hervorragend: als nahezu unerschöpfliche Quelle für Szenenideen und Schreibspiele für Schreibgruppen.

Nach der Einleitung mit einigen Anregungen und Handhabungshinweisen findet man in diesem Buch 92 dreigeteilte Seiten. Im oberen Teil stehen Charaktere, im mittleren eine Situation und im unteren ein Ort. Diese Teile sind alle untereinander kombinierbar. So kommt man beispielsweise auf diese Vorgaben:

  • Ein nervöser Bankkunde, eine vergessliche alte Dame und ein Bankräuber führen ein völlig durchgeknalltes Prüfungsgespräch vor einem Supermarkt-Regal.
  • Ein Neandertaler-Pärchen nimmt in der Küche eines Luxusrestaurants an einer Talentprobe für den Job als TV-Showmaster teil.

Kreative werden mit dieser Ideenmischmaschine eine Menge anfangen können. Mischen Sie gut!

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Uta Glaubitz: Jobs für Bücherwürmer und Leseratten, 2001, 183 Seiten, 15,90 Euro, Campus

Für alle, die gern “irgendwas mit Büchern” machen wollen, aber nicht so genau wissen, was das sein könnte, ist dieses Buch gedacht. Egal ob sie am Anfang des Berufslebens stehen und ihren Traumberuf suchen - oder ob sie umsteigen wollen.

Manche sind sicher, dass für sie nur der Beruf des Autors in Frage kommt. Aber das ist noch nicht sehr spezifisch; schließlich gibt es ganz verschiedene Arten von AutorInnen, und manche Tätigkeitsfelder liegen nicht gleich auf der Hand. So schreiben AutorInnen nicht nur Belletristik, sondern auch Kochbücher, Ratgeber, Drehbücher, Reiseführer und vieles mehr. In diesem Buch wird die ganze Bandbreite der Autorentätigkeiten aufgeführt.

Doch das ist nur eine Seite der Berufe, die im Umfeld von Büchern zu finden sind. Daneben gibt es Jobs in Verlagen (vom Verleger über die Lektorin bis zum Pressesprecher), Berufe um AutorInnen und Verlage herum (von der Herausgeberin über den Übersetzer bis zur Literaturagentin), Berufe in den Medien (von der Fernsehkritikerin bis zum Schriftstellerfotograf), Jobs um Druck und Verkauf (von der Buchhändlerin bis zum Hersteller) und andere Berufe wie Bibliothekarin, Comiczeichner oder Literaturfestivalveranstalter.

In diesem Buch lernt man natürlich nicht jeden dieser vielen Berufe ganz genau kennen - wer diese Erwartung haben sollte, wird enttäuscht werden. Es geht vielmehr darum, die Vielfalt der möglichen Tätigkeiten aufzuzeigen und Ansatzpunkte zu geben, wie man sich dem Wunschberuf nähern kann (über Anlaufstellen, Weiterbildungsangebote, Literatur zum Thema, Interessenverbände etc.). Denn nur wer die ganze Palette der Möglichkeiten kennt, kann den eigenen Traumberuf finden.

Die große Stärke dieses Ratgebers liegt - neben der schieren Menge der vorgestellten Berufe - darin, dass die Autorin Menschen befragt hat, die in diesen Berufen arbeiten. Interviews, Tipps aus der Praxis und Beispiele für Werdegänge vermitteln anschaulich und praxisnah, wie ein Berufsweg und die tägliche Arbeit in einem bestimmten Buchberuf aussehen können.

Und damit man angesichts der Fülle von Berufen rund ums Buch nicht erschlagen wird, gibt es im dritten Teil dieses Ratgebers einen kleinen Workshop zur Berufsfindung, den jede/r LeserIn für sich durchführen kann - um am Ende auch wirklich den richtigen Traumberuf für sich zu finden.

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Otto Kruse: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium, 6. Auflage 1998, 269 Seiten, 24,80 DM, Campus Verlag

Viele Studierende quälen sich während ihres gesamten Studiums mit dem Schreiben der wissenschaftlichen Arbeiten - und sogar ProfessorInnen bleiben davon selten verschont. Dieses Buch soll denen, die wissenschaftliche Arbeiten schreiben, nicht nur die Angst davor nehmen; darüber hinaus macht es richtig Lust aufs Schreiben!

Der Autor ist für einen solchen Ratgeber aber auch besonders qualifiziert, denn er bietet seit Jahren Workshops und semesterbegleitende Kurse für Studierende mit Schreibproblemen an. Seine Tipps basieren also auf Praxiserfahrungen, und das Feedback seiner KursteilnehmerInnen hat ebenfalls einiges dazu beigetragen, dass Kruses Buch wirkliche Hilfe bietet.

Kruse beschreibt typische Schreibprobleme, ihre Ursachen und gibt unzählige Tipps und Hilfsmittel zur ihrer Überwindung an. Da geht es beispielsweise um das Bilden von Schreibgruppen, um den Einsatz von Clustering und Mind Mapping beim Schreiben, um das Führen wissenschaftlicher Journale, um die Verbindung von Schreiben und wissenschaftlichem Erkennen, um Textfunktionen und Gefühle beim Schreiben, um wissenschaftliche Textkomposition, um Sprache und Denken, um Erkenntniswege und die einzelnen Arbeitsschritte bei wissenschaftlichen Schreibprojekten ... Ein Kapitel enthält sogar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die erste wissenschaftliche Arbeit.

Dieses Buch ist sehr verständlich geschrieben, hervorragend gegliedert, und es berücksichtigt neben den Texten und Textanforderungen immer auch diejenigen, die schreiben - einfühlsam und ausgesprochen erhellend für die Schreibenden. Viele konkrete Schreibanregungen und die praktische Anwendbarkeit von Kruses Empfehlungen machen diesen Ratgeber zu einem großen Gewinn mit unzähligen Aha-Effekten für alle, die mit dem Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten bisher Schwierigkeiten hatten.

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Robert J. Randisi (Hrsg.): Krimis schreiben. Ein Handbuch der Private Eye Writers of America, 1999, 350 Seiten, 25 DM, Zweitausendeins

Wie schreibt man einen guten Krimi? Das beantworten in diesem Buch einige erfolgreiche und renommierte amerikanische AutorInnen - zum Beispiel Sue Grafton, Ed Gorman und Lawrence Block. Jede/r von ihnen beschäftigt sich in einem (oder auch mehreren) Kapiteln mit verschiedenen Aspekten des Krimischreibens.

Die großen Kapitel heißen: Auf geht's, Handlung und Struktur, Kreativität, Figuren, Schauplatz, Short Stories, Grenzüberschreitungen und Das Wort hat das Lektorat.

In den einzelnen Beiträgen geht es dementsprechend unter anderem um:

  • das Schreiben von Serien
  • das Führen eines Schreibjournals
  • das Entwickeln von Serienfiguren/Detektiven/Detektivinnen
  • historische Krimis
  • Humor und Komik in Detektivgeschichten
  • den Weg vom Manuskript zum Buch

Gezielte und gut geschriebene Informationen und Tipps von guten AutorInnen für alle wesentlichen Aspekte des Krimischreibens - diesen Sammelband sollten alle, die Krimis schreiben oder schreiben wollen, nicht nur im Regal stehen haben, sondern auch lesen!

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Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, Ausgabe 2000/2001, zwei Bände zu insgesamt 1 800 Seiten, 310 Euro, K. G. Saur Verlag

Den “Kürschner” gibt es bereits seit 122 Jahren - da wird es Zeit, dass ich ihn hier auch einmal vorstelle ...

Im Kürschner können sich (im Gegensatz zu anderen, nicht selten zweifelhaften Publikationen) AutorInnen mit ihren Veröffentlichungen kostenlos eintragen lassen. Und sie tun es eifrig: 11 662 lebende deutschsprachige AutorInnen verzeichnet die zweibändige Ausgabe 2000/2001, mit insgesamt etwa 125 000 Veröffentlichungen.

Doch das ist nicht alles. Darüber hinaus bietet der Kürschner zusätzliche Verzeichnisse in den Anhängen, die es in sich haben und die für AutorInnen, aber auch für ÜbersetzerInnen von unschätzbarem Recherchewert sind:

  • Literarische ÜbersetzerInnen mit Sprachenübersicht (567 an der Zahl)
  • Belletristische Verlage mit Kurzangaben zum Programm (1 520)
  • Literaturagenturen (59)
  • Rundfunkanstalten (40)
  • Literaturzeitschriften (331)
  • literarische Feuilletons (31)
  • Autorenverbände und -vereinigungen (549)
  • Literaturpreise mit den PreisträgerInnen der letzten Jahre (520)

Die Eingetragenen sind außerdem in einem eigenen Überblick geographisch sortiert - der nächste Autor, der nächste Verlag wohnt vielleicht gleich bei Ihnen um die Ecke ...

Ein solches Mammutwerk hat natürlich auch seinen Preis, und den wird ein einzelner Autor kaum zahlen wollen oder können. Aber die Anschaffung im Autorenverein, in einer größeren Schreibgruppe oder im Verband kann sich für alle lohnen.

Weitere Infos zum Kürschner findet man unter http://www.saur.de/kdl. Inzwischen gibt es übrigens auch ein vergleichbares Nachschlagewerk für SachbuchautorInnen, -verlage etc.

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Otto Kruse: Kunst und Technik des Erzählens, 2001, 325 Seiten, 18 Euro, Zweitausendeins

Mit seinem 1993 erschienenen Buch “Keine Angst vor dem leeren Blatt”, das schon viele Auflagen erlebt hat, hat Kruse unzähligen unglücklichen Studierenden gezeigt, wie sie wissenschaftliche Texte Schritt für Schritt, mit Sinn und Verstand und sogar mit Spaß konzipieren und schreiben können. Nun hat dieser Autor ein Buch mit Trainingsprogramm für alle vorgelegt, die das Erzählen von Grund auf lernen wollen.

Und mit diesem Ansatz unterscheidet er sich auch von vielen seiner amerikanischen KollegInnen. Denn um Kruses Übungen zu machen, braucht man weder theoretisches Vorwissen, noch wird man gleich aufgefordert, einschüchternd komplexe Aufgaben zu lösen. Das macht dieses Buch für alle zu einem unschätzbaren Hilfsmittel, die bei den herkömmlichen Schreibbüchern über kurz oder lang den Mut verloren haben: weil dort zu viele Kompetenzen bereits vorausgesetzt werden und weil dadurch meist eher die Arbeit als der Spaß im Vordergrund steht.

“Es ist wichtig, die Freude am Erzählen nicht zu früh durch zu strenge Vorgaben zu strangulieren”, sagt Kruse in seiner Einleitung. Das bedeutet aber keineswegs, dass die Übungen in diesem Buch vage oder beliebig wären. Sie knüpfen an unser aller natürliche Erzählkompetenz an; über das, was wir alle können und regelmäßig tun (mündliches Erzählen, lautes Denken, Ausreden erfinden etc.) bringt Kruse die LeserInnen mit seinen Übungen dazu:

  • ihre Erzählstimme/n zu finden
  • Charaktere zu entwickeln
  • Techniken zu finden und zu erproben, mit denen man Handlungen, Gedanken und Gefühle darstellen und optimal einsetzen kann
  • Geschichten ans Laufen zu bringen

Und das alles geschieht sozusagen nebenbei, wenn man sich auf seine Übungen einlässt, die niemals kompliziert oder Furcht einflößend wirken - auch wenn man noch ganz am Anfang mit seinem Schreiben steht. Außerdem bietet Kruse jede Menge Hilfsmittel an, mit denen man auch umfangreiche Geschichten in den Griff bekommt und die Überarbeitung meistert.

Das erste Schreibbuch mit Trainingsprogramm von einem deutschen Autor ist etwas Besonderes. Wer bisher mit Ratgebern zum Schreiben wenig anfangen konnte, sollte hier auf jeden Fall einmal hineinschauen - und alle anderen sowieso; auch Fortgeschrittene werden durch Kruses Buch eine Menge verstehen, was bisher reine Theorie für sie war.

Wenn ich in Zukunft gefragt werde, welches Schreibbuch ich jemandem empfehlen würde, der nur ein einziges kaufen möchte, dann werde ich ab sofort zu diesem hier raten.

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Lajos Egri: Literarisches Schreiben, 2002, 208 Seiten, 14,90 Euro, Autorenhaus-Verlag

Nicht nur James N. Frey bezieht sich auf Lajos Egri - unzählige SchreiblehrerInnen tun es, und das seit Jahrzehnten. Das macht neugierig. Und glücklicherweise liegt Egris Standardwerk von 1965 nun auch auf Deutsch vor.

Beim Lesen wird schnell klar, wieso dieses Buch Grundlage so vieler anderer werden konnte. Denn auch auf dem heute nicht mehr ganz so kleinen Markt der Schreibbücher sticht es hervor - auf mehrere Arten.

Egri geht von den Charakteren aus, das ist nichts Außergewöhnliches. Besonders ist aber die Art, in der er menschliche Emotionen, Eigenschaften, Widersprüche analysiert und daraus zu starken, dreidimensionalen und “Geschichten-tauglichen” Charakteren kommt. Genau sieht er sich an, wie Lebensumstände, Familie und andere Einflüsse Charaktere formen - und welche Konflikte entstehen (müssen), wenn bestimmte Figurenkonstellationen zusammenkommen.

Dieses Buch bietet neben den tiefen Einsichten in das, was uns Menschen ausmacht, vor allem eine enorme Fülle an Charakter- und Ideenskizzen. Egri ist kein Theoriefanatiker, auch wenn die Grundprinzipien des Schreibens natürlich erklärt werden (Freys berühmte “Prämisse” baut übrigens auf Egris “These” auf). Alles, was er sagt, bringt er sofort anschaulich ins Schreiben. Dadurch wird immer wieder deutlich, wie ein Charakter, eine Geschichte sich entwickeln kann - und zugleich sind die vielen Charakterskizzen und Geschichtenanfänge ein unerschöpflicher Fundus für jede/n SchriftstellerIn.

Dieses Buch ist sicher eines der besten, wenn es um Charaktere in der Literatur geht. Und nicht nur wer gerade erst angefangen hat zu schreiben wird es schätzen, dass Egri sich klarer und einfacher auszudrücken versteht als die meisten seiner KollegInnen. Sehr empfehlenswert!

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Roberta Allen: Literatur in 5 Minuten - ein Schnellkurs, 2002, 280 Seiten, 15 Euro, Verlag Zweitausendeins (nur dort erhältlich!)

Kürzestgeschichten, darum geht es in diesem “Schnellkurs”. Einen Timer auf fünf Minuten stellen, eine Schreibaufgabe auswählen - und losschreiben. Das ist das Grundprinzip, nach dem Allens Methode funktioniert.

Klingt simpel, ist es aber nicht ganz. Denn es gehört noch einiges dazu, um dieses Schnellschreiben wirklich produktiv für sich zu nutzen. Was das ist, erläutert Allen anschaulich und ausführlich, und wer sich an die Vorgaben hält, kann erstaunliche Ergebnisse produzieren. Nicht nur entstehen auf diese Weise tatsächlich Geschichten - sie enthalten auch vieles, was AutorInnen überraschen wird: wiederkehrende Themen, verblüffende Ansatzpunkte, ungewohnte stilistische Ausdrucksmöglichkeiten und mehr. Das klingt wie Zauberei, aber noch einmal: Das Ergebnis richtet sich danach, wie weit man sich in die Lage versetzt, schnell und mit der richtigen Einstellung zu diesen Übungen (und das sind sie alle erst einmal) zu schreiben.

Allen ist jedoch keineswegs jemand, der nur auf Inspiration baut und nichts von handwerklichen Fähigkeiten hält. Deshalb ist ein großer Teil dieses Buches der Analyse von Kürzestgeschichten gewidmet (von Walser bis Tschechow), ein anderer Teil dem Überarbeiten der Übungsergebnisse. Dabei geht es um die klassischen Überarbeitungsmethoden, aber auch darum, wie man mit Hilfe der 5-Minuten-Methode immer wieder Ansatzpunkte findet, um neu oder weiter zu schreiben. Ob man nun einen Charakter ausbauen, eine Sackgasse im Plot verlassen oder das Setting gestalten und mit den Charakteren verbinden will.

Nicht zuletzt lassen sich auf Basis dieser Methode auch längere Erzählungen, ja sogar Romane verfassen. Auch darauf geht Allen im Detail ein.

Alle von ihr vorgestellten “Untermethoden” erläutert sie übrigens nicht nur sehr verständlich, so dass man sie gut anwenden kann. Sie zieht auch immer wieder Beispiele vor allem ihrer SchülerInnen heran, um Möglichkeiten zu zeigen und Theoretisches zu illustrieren.

Wer sich auf Allens Methode einlässt, sollte nicht erwarten, sozusagen aus dem Nichts in fünf Minuten perfekte Prosa produzieren zu können. Aber diese Übungen können jede/n AutorIn (ob Profi oder noch am Anfang) viel übers Schreiben beibringen - und mindestens ebenso viel über den Kern des eigenen Schreibens. Und sie können die Basis für Geschichten sein. Mein Tipp: Ausprobieren!

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Kurt Franz, Günter Lange, Franz-Josef Payrhuber, Heinrich Pleticha (Hrsg.): Mein erstes Manuskript. 60 Kinder- und Jugendbuchautoren erzählen von ihren ersten Schreiberfahrungen. Mit Kurzbiographien (Band 27 der Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach), 2001, 165 Seiten, 15,30 Euro, Schneider Verlag Hohengehren

Dieser Band versammelt einen enormen Erfahrungsschatz: Sechzig AutorInnen von Kinder- und Jugendbüchern geben darin Auskunft über ihr erstes Manuskript. Jeweils auf etwa zwei Druckseiten erzählen bekannte und nicht ganz so bekannte AutorInnen, wie es bei ihnen mit dem Schreiben und Veröffentlichen anfing. Ob Max Kruse, Andreas Steinhöfel, Otfried Preußler, Paul Maar oder Sybil Gräfin Schönfeldt: Sie alle haben - zum Teil tief - in der Vergangenheit gestöbert, um die Erinnerung an das erste Manuskript zutage zu fördern.

Dabei taucht öfter einmal die Frage auf, was denn nun eigentlich als erstes Manuskript gelten soll: der erste geschriebene Text? Der erste veröffentlichte? Der erste, der in einem Verlag veröffentlicht wurde? Wie auch immer - alle finden ihre eigenen Antworten und berichten meist ganz offen. So erfahren wir, dass fast alle Ikonen der deutschsprachigen Kinderliteratur immer wieder Ablehnungen bekommen haben. Wir lesen mit Staunen, welche haarsträubenden Fehler heute erfolgreiche AutorInnen bei ihrem ersten Manuskript gemacht haben. Wir lernen die verschlungenen Wege kennen, die zum Schreiben überhaupt und dann zum Erfolg führen können.

Dieses Buch macht nicht nur angehenden AutorInnen Mut: Keine Autorenbiographie ist so gradlinig verlaufen, wie sie sich im Nachhinein liest; und niemand wusste vorher, ob und wie großen Erfolg er/sie haben würde. Vieles hängt nach Aussage der AutorInnen vom Glück ab - aber als LeserIn erkennt man schnell, dass vor allem zwei Dinge alle hier Versammelten gleichermaßen auszeichnen: Sie haben geschrieben, viel geschrieben (statt nur darüber zu reden), und sie haben durchgehalten, auch wenn die Aussichten nicht rosig schienen. Und dann kann das Glück eben auch zu einem finden ...

Ein spannendes, ehrliches, aufregendes und lehrreiches Buch, das Einblick in sechzig Schriftstellerbiographien und -seelen gibt und AutorInnen Mut macht. Lesen!

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Gerhild Tieger (Hrsg.): Literaturpreise und Autorenförderung. Über 1 000 Literaturpreise, Arbeitsstipendien, Aufenthaltsstipendien und andere Förderungen, 2002, 188 Seiten, 14,90 Euro, Autorenhaus-Verlag

Auch wenn die Mittel für Kultur- und damit auch für Literaturförderung weiter gekürzt werden, so gibt es doch jedes Jahr immer noch einige Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern für AutorInnen jedes Genres und jedes Alters. Aber wer fördert was? Und wer kann sich wo und womit bewerben?

Etwa 1 000 Preise und Stipendien für AutorInnen und ÜbersetzerInnen finden sich in diesem Buch, jeweils mit Kontaktangaben, Turnus, Dotierung und Hinweisen zu den Teilnahmebedingungen (Eigenbewerbung möglich?, Genres/Kategorien etc.). Eine gezielte Suche ist durch die Einteilung in Rubriken möglich:

  • Literaturpreise
  • Hörspiel- und Hörbuch-Preise
  • Drehbuchpreise und Filmförderung
  • Preise für Bühnenautoren
  • Förderung der Buchkultur
  • Autorenförderung
  • Arbeits- und Reisestipendien
  • Preise und Stipendien für ÜbersetzerInnen
  • Aufenthaltsstipendien
  • weitere Möglichkeiten der Kultur- und Literaturförderung

Dazu gibt es einige Beiträge, die Einblicke in die Welt der Literaturförderung bieten. So wird über den Klagenfurter Wettbewerb berichtet, der Kulturchef von “Allegra” erzählt amüsant und sehr erhellend über die Anfänge und die Durchführung des “Allegra”-Kurzgeschichtenwettbewerbs, ein Stipendien-Reisender schildert seine Erfahrungen, und das Übersetzer-Kollegium in Straelen wird ebenso vorgestellt wie der Preis für “Junge Prosa” in Arnheim.

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Roger A. Hall: Mein erstes Stück, 2000, 292 Seiten, 25 DM, Zweitausendeins

Wer anfängt zu schreiben, tut das wohl am ehesten mit einem Gedicht, einer Kurzgeschichte oder auch (bei besonders großem Elan und Selbstbewusstsein) mit einem Roman - aber kaum jemand beginnt mit einem Theaterstück. Noch mehr als das Drehbuch schreckt es die Unerfahrenen, auch wenn sie vielleicht gern einmal einen Schritt in Richtung Theater tun würden.

Mit dem Lehrbuch von Roger A. Hall verliert der Weg zum ersten Theaterstück seine Schrecken. Hall hat selbst viele Theaterstücke geschrieben, hat Regie geführt und sogar selbst auf der Bühne gestanden. Seit etwa zwanzig Jahren gibt er Schreibseminare, und in dieser Zeit hat er eine wirkungsvolle Methode des Unterrichtens entwickelt. In diesem Buch lernt man sein Verfahren kennen und kann - sofern man die Übung in jedem Kapitel macht - das Buch wie einen Schreibkurs verwenden.

Was ist das Besondere an seiner Methode? Seine Erfahrungen als Lehrer haben ihm gezeigt, dass die üblichen Schreibbücher viel zu spät ansetzen. Denn dort wird in der Regel vorausgesetzt, “dass der Schreiber bereits die Fähigkeit besitzt, eine relativ komplexe Idee für ein Stück zu erfinden und nun nur noch ein paar Arbeitsschritte oder ein paar Grundzüge über den Aufbau eines Dramas kennen lernen muss, um diese Idee umzusetzen”. Nach Hall ist das ein Trugschluss (der für SchreibanfängerInnen viele Schreibbücher nutzlos macht), und so bietet seine Methode die Möglichkeit, die Idee für ein Stück nach und nach wachsen zu lassen und gleichzeitig mit den verschiedenen Bausteinen zu experimentieren - und zwar mit einem nach dem anderen.

Zentral ist nach Hall die Handlung eines Stücks. In der ersten Übung schreibt man eine Szene - noch ganz ohne Dialog. Danach geht es um den direkten Konflikt, dann um die Charaktere, den Dialog, einen Konflikt mit drei Charakteren, Schreiben nach Vorlage, die Erweiterung der Fähigkeiten - und dann natürlich: um das erste Stück. Ein kleines Kapitel beschäftigt sich auch mit der Vermarktung, aber es ist zum einen recht kurz ausgefallen, zum anderen leider vom Verlag nicht auf den deutschen Markt übertragen worden.

Der Lehrgang selbst ist fabelhaft: klar aufgebaut, sehr anschaulich und nachvollziehbar (mit vielen Beispielen aus Halls Seminaren), mit klugen, aufeinander aufbauenden Übungen. Die vielen Beispiele von Halls StudentInnen mit Halls Analysen sind besonders hilfreich und zeigen immer sehr deutlich, worum es geht.

Dies ist eines der wenigen wirklich erstklassigen Schreibbücher, das die Schreibwilligen dort abholt, wo sie sind, und mit dem man sich nach und nach, einen Schritt nach dem anderen die wichtigsten Fertigkeiten des Theaterstückeschreibens aneignen kann. Für zukünftige TheaterautorInnen unverzichtbar - für alle anderen AutorInnen ebenfalls sehr zu empfehlen!

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Manfred Plinke: Mini-Verlag. Selbstverlegen. Ein Ratgeber für Verlagsgründer, 1998, 115 Seiten, 29,80 DM, Autorenhaus-Verlag Plinke

Veröffentlichen kann man nicht nur über die etablierten Verlage. Manchmal findet sich auch für gute Buchprojekte kein Verlag - sei es nun Belletristik oder auch Sachliteratur, die vielleicht auf ein kleines, spezialisiertes Publikum zielt. Was dann? Dann besteht immer noch die Möglichkeit, das Buch im Selbstverlag oder im eigenen MiniVerlag herauszubringen.

Das ist gar nicht so schwierig, und es kann auch erfolgreich sein, wenn man weiß, was man tun und lassen und worauf man achten sollte. Im Autorenhaus-Verlag Plinke  - bekannt durch das “Jahrbuch für Autorinnen” - weiß man aus eigener Erfahrung, was alles dazu gehört. Deshalb ist dort nun ein wirklich praktischer kleiner Ratgeber erschienen, "Mini-Verlag", in dem ihr alles erfahrt, was zur Gründung eines Kleinverlages nötig ist. Themen sind zum Beispiel:

  • Wie entsteht ein MiniVerlag? - vom Suchen eines Verlagsnamens über die Gewerbeanmeldung bis zu den Branchenorganisationen
  • Das Buch - vom Titelschutz bis zur ISBN
  • Der Buchmarkt - Trends u. a.
  • Checkliste: In 50 Schritten zum Buch - mit Anschriften, Druckkostenkalkulationsbeispielen, Sponsoringtipps
  • Medienarbeit für das Buch - ausgewählte Zeitungen und Zeitschriften, Hörfunk etc.
  • Werbung und Verkauf - Werbemittel, Buchmessen, Buchhandel, Barsortimente etc.

Wie man es vom "Jahrbuch" schon kennt, ist das alles sehr leicht verständlich geschrieben, übersichtlich strukturiert und mit zahlreichen Beispielen und Erfahrungsberichten gespickt. Ausführliche Literaturhinweise, Weiterbildungsangebote und ein umfangreiches Verlagswörterbuch runden diesen gelungenen Ratgeber ab. Seine Lektüre kann potentielle Kleinverlegerinnen und -verleger von ruinösen Fehlern abhalten und ihnen helfen, mit den größtmöglichen Erfolgschancen an den Start zu gehen.

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Josef W. Seifert: Moderation & Kommunikation, 1999, 132 Seiten, 15,90 Euro, Gabal

Zu den sachlichen Fragen des Moderierens gibt es viele Ratgeber (auch vom Autor dieses Buches). Aber schwieriger zu fassen und schwieriger zu handhaben sind für ModeratorInnen meist die Prozesse, die sich auf der emotionalen Ebene bei einem Gruppengespräch abspielen. Genau dafür ist dieses Buch gedacht: Es gibt ModeratorInnen Techniken und Tipps an die Hand, mit der sie diese wichtige Seite des Gruppenprozesses steuern können.

Was sind Regeln, und welche brauche ich? Wie entdecke ich Anzeichen für Konflikte, und wie können sie bearbeitet werden? Mit welchen Techniken kann ich intervenieren? Wie steuere ich Sach- und Gruppenprozess gleichzeitig? Diese Fragen werden hier kurz und anschaulich beantwortet.

Das Buch ist sehr gut und kleinschrittig strukturiert, enthält zahlreiche Abbildungen und Checklisten und stellt insgesamt kurz und knapp, aber immer praxisnah Probleme und Techniken zur Lösung dieser Probleme dar. Wer sich nicht durch einen dicken Ratgeber arbeiten möchte, sondern sich schnell einen Überblick verschaffen und in einzelne Techniken eingewiesen werden möchte, sollte sich diesen Ratgeber einmal ansehen.

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Andreas Baumert: Professionell texten, 2003, 212 Seiten, 10 Euro, Verlag C. H. Beck

Dieses Buch richtet sich an Menschen, die im Berufsalltag schreiben müssen. Von der Sekretärin, die ihre Briefe optimieren möchte, über den technischen Redakteur bis zu Textgestalterin von Webseiten reicht die Zielgruppe dieses Ratgebers. Doch auch für AutorInnen “schöner Literatur” ist es eine Fundgrube an praktischen Tipps, anschaulichen Beispielen und erhellenden Informationen, die man kaum anderswo findet.

Dem Autor kommt es vor allem auf praktisch umsetzbare Tipps an, die das Schreiben für verschiedene Zielgruppen und in verschiedenen Medien erleichtern. Dabei bezieht er die neuesten Studien zum Beispiel der Verständlichkeitsforschung mit ein - eine Quelle für Aha-Erlebnisse für jede/n AutorIn.

Hier eine Auswahl der Themen (um alle aufzuführen, bräuchte ich zu viel Platz):

  • Lesen und Verstehen (Wer liest? Verständlichkeitsmodelle und Faustregeln)
  • Verständlichkeit konkreter Wörter und Konstruktionen (Fremdwörter, Nominalisierung, Deixis, Satzverbindungen etc.)
  • Wie ein Text entsteht (Recherche, Gliederung, Schreiben, Blockaden umgehen, rhetorische Figuren)
  • Korrespondenz
  • Besonderheiten umfangreicher Texte
  • Schreiben für Mitglieder anderer Kulturen
  • Schreiben fürs Internet
  • Texten im wirtschaftlichen Umfeld (Angebotskalkulation, Schreiben im Team, Gestaltungsrichtlinien)

Alle Kapitel sind überzeugend aufgebaut, übersichtlich gegliedert und mit einem Praxisteil versehen. Ein enorm informatives und praktisch einsetzbares Buch, von dem garantiert nicht nur die Hauptzielgruppe (schreibende Menschen im Berufsalltag) profitieren kann!

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Goetz Buchholz: Ratgeber Freie. Kunst und Medien, 5. erweiterte Auflage, 1998, 344 Seiten, 5 DM (Mitglieder der IG Medien), 38 DM (Nichtmitglieder), Schriftenreihe der IG Medien

Rezension von Sandra Neumayer

Dieses Buch der IG Medien ist heute, 14 Jahre nach seinem ersten Erscheinen, immer noch das Handbuch Nummer eins für frei Erwerbstätige im Bereich Medien und Kunst. Kein Wunder, denn hier werden alle nur erdenklichen Fragen in Bezug auf das freie Arbeiten beantwortet: Wie und wo bekomme ich einen Presse- oder KünstlerInnenausweis? Bin ich scheinselbständig? Was für Vertragstypen gibt es? Darf ich ein und denselben Text mehrmals verkaufen? Was sind Urheber, Leistungsschutz und Nutzungsrechte? Ist meine Idee für ein Projekt bereits geschützt, oder gilt erst für das fertige Manuskript oder Textwerk? Was ist ein angemessenes Honorar für meine Arbeit? Wie werde ich Mitglied in der KSK? Bekomme ich wirklich "einfach so" Geld von den Verwertungsgesellschaften?

Goetz Buchholz sagt selbst: "[Der] Inhalt [dieses Ratgebers] sind Gesetze und Vertragsklauseln, Steuervorschriften und Versicherungsbestimmungen. Sein Thema aber ist die Freude an der kreativen Arbeit. Denn nur wer die Bürokratie in den Griff bekommt, wird sich den Spaß an der freien Arbeit bewahren können." Mit viel Spaß vermittelt Buchholz nicht nur ein enormes Wissen - er geht sogar noch darüber hinaus, indem er immer wieder das Selbstbewusstsein des Lesers und der Leserin stärkt: Verkauft euch nicht unter Wert! Macht Gebrauch von euren Rechten, und unterstützt euch gegenseitig! Nach dieser Lektüre lässt man sich nicht (mehr) so leicht übers Ohr hauen.

Das Buch ist in zehn Kapitel unterteilt:

  • Der Einstieg
  • Starthilfen und Geldquellen
  • Definitionen
  • Kooperation
  • Urheberrecht
  • Verträge und Honorare
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Interessenvertretungen
  • Noch Fragen?

Außerdem findet man im Anhang Nützliches wie Probeverträge, Adressen aller im Text erwähnten Stellen, Literaturhinweise und Bezugsquellen zu allen genannten Broschüren und ein umfangreiches Stichwortverzeichnis.

Ein weiteres Bonbon: Änderungen seit der letzten Ausgabe und Aktualisierungen von Zahlen und Gesetzen sind jederzeit auf der Homepage des Autors abrufbar, unter: www.goetzbuchholz.de.

Der "Ratgeber Freie" ist ein exzellentes, informatives Buch, das in keinem Regal fehlen sollte. Goetz Buchholz gibt uns mit diesem Ratgeber eine Machete in die Hand, mit der wir uns problemlos durch den Paragraphen und Bürokratendschungel des Freien-Daseins schlagen können. Freie AutorInnen, JournalistInnen, KünstlerInnen, FotografInnen oder SchauspielerInnen sollten dieses Buch immer griffbereit haben. Im Zweifel spart und bringt es richtig Geld!

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William Zinsser: Schreiben wie ein Schriftsteller. Fach- und Sachbuch, Biografie, Reisebericht, Kritik, Business, Wissenschaft und Technik, 2001, 236 Seiten, 14,90 Euro, Autorenhaus-Verlag

Dieses Buch aus den siebziger Jahren ist nicht zufällig in den USA zum Bestseller geworden. Denn es beschäftigt sich mit dem Schreiben von Nonfiction - die sehr viel häufiger veröffentlicht wird als Fiction -, und außerdem versteht Zinsser sein Handwerk meisterhaft. Das hat er beispielweise als freier Autor für den New York Herald oder als Chefredakteur beim Book of the Month Club gelernt. Und er hat es auch in den Siebzigern in Yale unterrichtet; aus einem Kurs dort ist dieses Buch entstanden.

“Ich will Ihnen hier weder gute Nonfiction noch guten Journalismus beibringen. Es geht mir um die gute Sprache. Und die kann man zu jedem Zweck gebrauchen” , sagt Zinsser im Vorwort, und etwas später schreibt er: “Hier geht es um den zwischenmenschlichen Austausch, das Kernstück jeder guten Nonfiction.” Was das bedeutet, führt er mit seinem Buch beispielhaft vor: Er schreibt einfach, aber pointiert und so, dass wir ein klares Bild vom “Erzähler” bekommen. Und er schreibt nicht über Dinge, sondern über das, was uns alle am meisten interessiert: Menschen. Über den Schildermaler, der ein Magazin für Schildermaler aufzieht; über einen geheimnisvollen Vogelliebhaber; über seine Studenten; und nicht zuletzt über Zinsser selbst, seine Erfahrungen als Gast einer Talkshow oder als Interviewer. Statt einer Aneinanderreihung von Anweisungen und Ratschlägen hat der Autor damit ein nicht nur lehrreiches, sondern auch unterhaltsames Buch geschrieben, das voller lebendiger Geschichten steckt.

Die Themen der großen Kapitel sind unter anderem:

  • Grundsätze: Schlichtheit, Ballast (“Balast ist das, was herauskommt, wenn die Political Correctness Amok läuft”), Stil, Persönlichkeit
  • Methoden: Einheitlichkeit, Anfang und Ende, kurze Schreibtipps zu einzelnen Themen (Adjektive, Zeichensetzung, Glaubwürdigkeit, Übertreibung etc.)
  • Genres: Interview, Reisebericht, Memoiren, Kritiken und Kolumnen, Wissenschaft und Technik, Humor
  • Die innere Haltung: Freude, Furcht, Vertrauen, Zwang, Entscheidungen

“On Writing Well” heißt das Buch im Original. Schlicht, einfach, treffend. Lassen Sie sich von dem deutschen Titel nicht verwirren, und lesen Sie diesen ganz besonderen Ratgeber. Zinsser kann Ihnen nicht nur über Sprache und Nonfiction-Genres vieles sagen, was Sie anderswo nicht finden. (Und er verwendet zahlreiche anschauliche Beispiele, die erfreulicherweise nicht aus einzelnen Sätzen bestehen, sondern zusammenhängende Passagen sind.) Was aber vielleicht am wichtigsten ist: Zinsser hat über Humor, über Zwang und Vertrauen Dinge zu sagen, die AutorInnen Mut machen und eine ganz neue Perspektive aufs eigene Schreiben vermitteln können.

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Rebecca McClanahan: Schreiben wie gemalt. Ein Workshop für die Kunst der Beschreibung , 2002, 356 Seiten, 17,80 Euro, Zweitausendeins

Beschreibungen bereiten vielen AutorInnen Schwierigkeiten: Wo endet das Fest der Sinne, und wo langweile ich meine LeserInnen zu Tode? Welchen Zweck haben Beschreibungen überhaupt, und wie setzt man sie zum Wohle jedes anderen Erzählelements ein?

Diese und andere Fragen beantwortet McClanahan in Ihrem Buch, und zwar sehr genau, mit einem hervorragenden Blick für Details, anhand zahlreicher Beispiele - und mit außergewöhnlich guten Übungen.

Der erste Teil ist im Grunde eine Wahrnehmungsschulung, aber eine der Extraklasse. Hier kann man sämtliche Sinne ganz individuell trainieren und in Bezug zum eigenen Erzählen bringen. Doch auch wer etwas über abstrakte Beschreibungen lernen möchte, kommt nicht zu kurz.

Konkrete sprachliche Tipps und Regeln zur Verbindung von Sinn und Wort machen alles praktisch anwendbar. Ob Adverb, Modalverb oder Substantivierung: McClanahan analysiert jede Wortart in Bezug auf ihre Einsatzmöglichkeiten. Die gesamte “Bilderwelt” wird hier ebenfalls im Detail besprochen: Metapher, Gleichnis, die persönliche Bilderkonstellation.

Ab Kapitel 6 werden Beschreibungen in Beziehung auf das untersucht, was sie für verschiedene Elemente einer Geschichte leisten können und wie man das als AutorIn erreicht. Charaktere, Erzählperspektive, Setting, Plot, Tempo - sogar Atmosphäre, Ton, Thema und Idee betrachtet die Autorin mit ihrem Beschreibungsblick.

Dies ist eins der besonders empfehlenswerten Schreibbücher. Das Thema wird gekonnt und mit enormer Liebe zum Detail behandelt. Dadurch geht der Nutzen dieses Buches über den der meisten anderen Bücher weit hinaus: AutorInnen werden hier nicht mit den Standardtipps abgespeist, sondern bekommen auch für komplizierte und ungewöhnliche Schreibaufgaben ganz konkrete Hilfestellung. Und: Ich habe selten so gute Übungen in einem Schreibbuch gefunden wie hier.

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Thomas Kirschner: Selbst publizieren mit eBooks und Print-on-Demand, 2003, Printversion: 197 Seiten, 24 Euro (Subskriptionspreis: 15 Euro), E-Book: 2 PDF-Dateien, je 6 Euro, Bezug über http://www.ebookexperts.de (dort gibt es auch Updates, Aktualisierungen etc.)

Print-on-Demand wird für immer mehr AutorInnen zu einer alternativen Veröffentlichungsmöglichkeit. Und auch E-Books reizen manche, wenn der Markt bisher auch (noch?) nicht sehr groß ist. Für alle, die sich ernsthaft mit diesen Möglichkeiten befassen möchten, ist dieses Buch / E-Book gedacht.

Der Autor weist natürlich vor allem auf die Vorteile dieser Veröffentlichungsformen hin, macht aber auch deutlich, wofür sie sich besonders eignen (Ratgeber, Fachliteratur) und wofür nicht. In seinem Buch beginnt er mit der Planung. Dazu gehört die Suche nach Helfern und Experten ebenso wie die fundierte Entscheidung für einen Veröffentlichungsweg. Das Kapitel “Schreiben” hält gute Tipps zur Titelfindung und auch zur typographischen Gestaltung bereit. Zum Schreiben und stilistischen Fragen findet man hier hingegen kaum etwas.

Aber dieses Buch ist ja auch kein Schreibratgeber. Seine Stärken liegen in anderen Bereichen, vor allem Veröffentlichung, Vertrieb und Marketing. Die zentralen Themen dabei:

  • Veröffentlichung: In welcher Form soll mein Buch veröffentlicht werden? Welche Programme gibt es? Wie entscheide ich mich für eines? Wie arbeite ich damit?
  • Vertrieb: Wie bekomme ich eine ISBN? Wie verkaufe ich online und über den Buchhandel? Wie automatisiere ich den Verkauf? Wie schreibe ich eine Rechnung?
  • Marketing: Wie nutze ich die Möglichkeiten von Amazon für den Verkauf? Wie texte ich eine Werbebotschaft? Wie baue ich eine Website auf, die mein Buch optimal unterstützt? Wie nutze ich Internet-Communitys? Wie erhöhe ich den Traffic auf meiner Website? Wie messe ich meinen Erfolg?

All diese Themen behandelt Kirschner sowohl sehr praxisorientiert und genau als auch in einem verständlichen und leichten Ton. Besonders hilfreich sind seine vielen Insider-Tipps, die nicht selten aus langer Erfahrung gewonnen wurden und die den LeserInnen des Buches viel Arbeit und Mühe ersparen. Beeindruckend sind auch die Tipps und Anregungen zur professionellen Gestaltung und Pflege einer Website zum Buch. - Wer sich von der Kompetenz des Autors in dieser Frage überzeugen möchte, kann das direkt auf der Website zum Buch tun: http://www.ebookexperts.de. Dort gibt es auch Aktualisierungen und Specials, man kann natürlich das Buch dort bestellen, und es gibt jede Menge nützlicher Links.

Positiv sind mir außerdem der übersichtliche Aufbau des Buches aufgefallen und die zahlreichen nützlichen Checklisten, Interviews und Gegenüberstellungen (von Programmen, Vertriebswegen etc.).

Alles in allem ist dies ein Buch, mit dem man sich nicht nur über Print-on-Demand und E-Books informieren kann (wenngleich man für manches Detailprogramm etc. natürlich noch weiterführende Infos braucht), sondern das einem auch praktikable Hilfsmittel und Tipps an die Hand gibt. Damit schafft man nicht nur die technische Umsetzung, sondern ist auch gewappnet dafür, das produzierte Buch / E-Book über kluge Vertriebs- und Marketingmaßnahmen zu einem Erfolg zu machen.

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Jürgen Wolff mit L. P. Ferrante: Sitcom. Ein Handbuch für Autoren. Tricks, Tips und Techniken, 1997, 227 Seiten, 42 DM, Emons

Je mehr deutschsprachige Sender es gibt, die immer mehr Eigenproduktionen in Angriff nehmen, desto höher steigt der Bedarf an guten DrehbuchautorInnen. Aufgrund der nur spärlichen Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland klafft jedoch zwischen Angebot und Nachfrage eine große Lücke.

Besonders viele AutorInnen werden natürlich bei den täglichen Seifenopern gebraucht  - aber auch die deutsche Sitcom, bis vor kurzem noch rein amerikanisch dominiert, erobert allmählich immer mehr Sendeplätze und ZuschauerInnen. Für alle, die für dieses Format schreiben möchten, gibt es nun ein hervorragendes Buch, mit dem man die Grundlagen erlernen kann: "Sitcom. Ein Handbuch für Autoren".

Der Autor: ein deutschamerikanischer Spezialist, der zum Beispiel für die amerikanischen Sitcoms "Familienbande" und "Love Boat" geschrieben hat und nun auch Sitcoms für den deutschen Markt (mit)entwickelt ("Lukas" und "Nikola" beispielsweise). Für die LeserInnen dieses Buches ist das eine ideale Mischung: Er kennt sich nicht nur auf einem Markt aus, sondern weiß auch um die Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem deutschen - und hat dementsprechend eine Menge unschätzbarer Tipps zu bieten.

Wie entwickelt man Sitcom-Ideen? Wie schreibt man ein Outline und ein Drehbuch? Wie bekommt man als freie/r AutorIn einen Job? Wie verkauft man eine eigene Serie? Wie kann eine Zusammenarbeit mit einem anderen Autor, einer anderen Autorin funktionieren, und was sollte man dabei vorab regeln? Welche Informationsquellen kann man nutzen?

All das zeigt Wolff  immer an Beispielen. Dabei bezieht er sich auf amerikanische Sitcoms, die auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden, und auf die deutschen. Besonders anschaulich und hilfreich: In diesem Buch finden Sie sowohl ein Outline für eine Folge von "Lukas" als auch ein Script für eine neue Sitcom, die demnächst im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird. Die Entwicklung dieser Serie ist ebenfalls hier abgedruckt.

Wer überhaupt fürs Fernsehen schreiben will - auch wenn es keine Sitcom sein soll -, wird in diesem Buch viele wertvolle Anregungen und Tipps bekommen. Und einige Interviews mit Größen des Sitcom-Geschäfts gibt es auch noch.

Das Glossar klärt über die wichtigsten Fachbegriffe auf, und die ausführliche Auflistung und Beschreibung der Informationsquellen - vom Newsletter über Zeitschriften und Messen zu Bildungseinrichtungen - hilft, gleich anzufangen.

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Robert Bahr: Spannender schreiben: Dramentechnik für Prosatexte, 1998, 196 Seiten, 25 DM, Zweitausendeins

Der amerikanische Autor Robert Bahr hat für sein Buch über das Handwerk des Schreibens einen Rahmen gewählt, der nicht nur interessant ist, sondern sich auch gut eignet, um Arbeit und Aufgaben von AutorInnen darzustellen: das Theater. Der Autor als Darsteller, Regisseur, Zuschauer - diese Analogie geht hervorragend auf. Und sie kann allen, die schreiben, einen neuen und manchmal auch klareren Blick auf das vermitteln, was sie tun oder auch tun sollten. (Bahr schließt in seinem Buch übrigens ausdrücklich das Schreiben von Sachtexten ein.)

Welche Erzählstimmen gibt es? Wofür eignen sie sich - und wofür nicht? Wie viel Beschreibung ist gerade richtig, also nicht zu wenig und auch nicht zu viel? Welche Anforderungen müssen Anfang, Mittelteil und Schluss einer Geschichte erfüllen? Worauf sollte man beim Überarbeiten achten? Was ist Stil? Welche Rolle spielt die Sprache? Das sind nur einige der Fragen, um die es in "Spannender schreiben" geht. Bahr behandelt sie alle anschaulich, verständlich und mit vielen Beispielen. Außerdem lässt er AutorInnen von Thomas Mann bis Anton Tschechow, von George Simenon bis Ernest Hemingway zu Wort kommen - nicht nur mit Auszügen aus ihren Romanen und Kurzgeschichten, sondern auch mit ihren Ansichten und Tipps zum Schreiben selbst.

Vor allem SchreibanfängerInnen können von diesem Buch enorm profitieren. Nicht weil es Themen behandelt, die man in anderen Schreibbüchern nicht auch finden würde; sondern weil Bahr sich mit den speziellen Anfängerfehlern und -irrtümern besonders gut auskennt. Auch erfahrene AutorInnen werden sich bei der einen oder anderen Beschreibung wiedererkennen und feststellen, dass sie einer bestimmten irrigen Ansicht ebenfalls aufsitzen oder einem konkreten Problem immer wieder begegnen, ohne bisher eine befriedigende Lösung gefunden zu haben. Hier gibt Bahr seine besten Tipps und rückt überzeugend manchem Irrglauben zu Leibe.

Dieses Buch kann gerade SchreibanfängerInnen viel Arbeit und einige Umwege ersparen. Außerdem liest es sich hervorragend, ist gespickt mit Beispielen und enthält ein umfangreiches Literaturverzeichnis (viele der Bücher sind allerdings schon älter und dürften nicht leicht zu bekommen sein). Sehr empfehlenswert!

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Sylvia Englert: So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript. Schritt für Schritt zu eigenen Veröffentlichung, 1999, 265 Seiten, 29,80 DM, Campus

Dieses Buch aus dem Campus-Verlag bietet Informationen und Tipps, mit denen man der Veröffentlichung einige entscheidende Schritte näher kommen kann. Thematisch ist das Spektrum sogar größer, als der Titel vermuten lässt: Es reicht von der Vorarbeit (mit einer Checkliste der "literarischen Sünden") über die Marktanalyse, durch die man den passenden Verlag ausfindig macht, und die Vertragsverhandlung bis zur "Eigenförderung" in Zeitschriften, durch Lesungen und Verbände, Teilnahme an Wettbewerben und Internet-Aktivitäten.

Das Besondere an diesem Buch, was es ausgesprochen hilfreich macht: Die Autorin ist selbst nicht nur Kinderbuch- und Sachbuchautorin, sondern auch Lektorin. Sie vermittelt daher besonders in Bezug auf die Zustände in und die Zusammenarbeit mit einem Verlag Kenntnisse, die man anderswo in der Regel nicht findet. So erfährt man hier genau, was in Lektoraten von Verlagen tatsächlich vorgeht und welcher Prozess im Verlag abläuft, wenn man ein Buch verlegt. Viele Mythen und Missverständnisse, die unter AutorInnen kursieren, werden dadurch endlich einmal aus der Welt geschafft  und viele Entscheidungen, die "frischen" AutorInnen rätselhaft und zuweilen auch ärgerlich erscheinen, klären sich auf, wenn man die Hintergründe kennt.

Sylvia Englert hat für dieses Buch etwa 60 Interviews mit Autoren, Lektorinnen, Verlegern, Agentinnen, Redakteuren, Veranstalterinnen und anderen Insidern geführt. Daher kann sie jederzeit praktische Tipps geben - ob es sich nun um Ideen für Lesungen, Veröffentlichungschancen mit und ohne AgentInnen, Druckkostenzuschussverlage oder Schreibkurse handelt.

Ein rundum gelungenes Buch mit tiefen Einblicken ins Verlagswesen, das für alle, die Belletristik oder auch Sachbücher veröffentlichen wollen, eine Fülle von Ideen, Tipps und Ansatzmöglichkeiten bereithält.

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David Michael Kaplan: “Die Überarbeitung”, 2001, 310 Seiten, 15 Euro, Zweitausendeins (nur beim Verlag zu beziehen)

Überarbeiten - dieses Wort hat vor allem für SchreibanfängerInnen einen eher schrecklichen als lustvollen Klang. Trotzdem merkt man früher oder später, dass es ohne Überarbeiten nicht geht, dass nicht umsonst “alle es tun” und dass man kaum etwas Veröffentlichungsreifes zustande bringt, wenn man sich auf eine erste Fassung verlässt.

Aber wie geht man so eine Überarbeitung überhaupt an? Wie findet man sich im Wust der Storyelemente zurecht? Wie gewinnt man den nötigen Überblick, um Verbesserungen durchzuführen? All das beschreibt Kaplan in seinem Buch, und zwar anhand zahlreicher Beispiele, vor allem aus seiner eigenen Feder. Dabei geht er besonders auf die Hauptschwierigkeiten vieler erster Fassungen ein: der Anfang, das Ende, Kürzen von Unwesentlichem und Hinzufügen von Wesentlichem, sprachliche / stilistische  “Unarten”.

Doch Überarbeiten fängt nicht erst an, wenn man eine erste Fassung fertig gestellt hat. Vielmehr ist ein Überarbeiten bereits vorm Schreiben wichtig, in der Konzeptphase. Wie man hier die notwendige Vorarbeit leistet, um später nicht x Seiten umsonst zu schreiben, weil man auf halbem Wege feststellt, dass der ursprüngliche Plan nicht funktioniert - das zeigt Kaplan in seinem Buch ebenfalls. Außerdem erfährt man, wie man die Hilfe von TestleserInnen in Anspruch nimmt - und ein kleines Kapitel ist sogar der Überarbeitung nach der Veröffentlichung gewidmet, die manche AutorInnen vornehmen.

Wer bisher nicht so recht an die Notwendigkeit des Überarbeitens geglaubt oder angesichts dieser unüberschaubaren Aufgabe frühzeitig aufgegeben hat, wird hier Hilfe, Motivation und genug konkrete Anhaltspunkte finden, um im Endeffekt zur besten Geschichte zu gelangen, die er / sie abzuliefern in der Lage ist. Dass damit die Chancen auf eine Veröffentlichung merklich steigen, liegt auf der Hand.

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Julian Friedmann: Unternehmen Drehbuch. Drehbücher schreiben, präsentieren, verkaufen, 1999, 303 Seiten, 29,90 DM, Bastei-Lübbe

Der Titel sagt es schon: Dieses Buch ist nicht eines von denen, durch die man vor allem das Drehbuchschreiben lernt. Stattdessen konzentriert es sich auf das Schreiben, Präsentieren und Verkaufen von Drehbüchern unter dem geschäftlichen Aspekt. Denn wer Drehbücher schreiben will, aber vor der geschäftlichen Seite der Angelegenheit die Augen verschließt, wird kaum je ein Drehbuch verkaufen können ...

Noch weniger als übers Drehbuchschreiben selbst weiß ein hoffnungsvoller Drehbuchautor, eine -autorin in Deutschland über das Verkaufen eines Drehbuchs. Hier finden sie endlich die notwendigen Anregungen und Informationen dafür, zum Beispiel zu folgenden Fragen:

  • Welche Rolle spielt Ihre Haltung für Ihre Karriere?
  • Wie soll ein Treatment aussehen?
  • Wie knüpft man kreative Kontakte?
  • Wie führt man ein erfolgreiches Pitching durch?
  • Wie geht man mit Kritik und Änderungen um?
  • Wie lernt man sein Publikum kennen, um es in seinen Bann ziehen zu können?
  • Wie verhält man sich in geschäftlichen Besprechungen? Wie bereitet man sich vor?
  • Wie verhandelt man am besten?
  • Wie findet man einen Agenten?
  • Wie schützt man die eigene Arbeit?

Der Autor, Julian Friedmann, arbeitet seit vielen Jahren als Lektor, Herausgeber und Agent und kennt den Markt und seine Anforderungen aus dem Effeff. Da sich der amerikanische Markt jedoch in vielem vom europäischen und speziell auch vom deutschen Markt unterscheidet, haben der Drehbuchautor Oliver Schütte und der Medienanwalt Steffen Weihe eine Menge zu diesem Buch beigetragen, haben es ergänzt und überarbeitet. Ihnen ist es zum Beispiel zu verdanken, dass dieses Buch ein ausführliches und kommentiertes Adressenverzeichnis für den deutschsprachigen Markt enthält - mit Autorenverbänden, Seminarangeboten, Agenturen, Filmförderung und mehr. Ein Anhang mit verschiedenen Vertragsmustern rundet diesen hilfreichen Ratgeber zum Geschäft des Drehbuchschreibens ab.

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Imre Török: VS-Handbuch. Ein Ratgeber für Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer, 1999, 473 Seiten, 24 DM, Steidl Verlag

Randvoll mit nützlichen und wertvollen Informationen ist dieses Handbuch des Verbands deutscher Schriftsteller (VS).

Der erste (und größte) Teil des Buches ist ein Lexikon, in dem schnell Informationen in über 130 Stichwörtern nachgeschlagen werden können. Die Themen sind breit gefächert; einige Stichwörter: Agenturen, Akademien, Autorenlesung, Autorenversorgungswerk, Barsortimente, Buchmessen, Creative Writing, Deutscher Literaturfonds, Fernsehen/Film, Fortbildung, Handbücher, Hörspiel, Internet, Jurys, Kritik, Lektorat, Literaturbüros, Nebenrechte, Print on Demand, Rechtschreibreform, Schreibwerkstatt, Selbstverlag, Stadtschreiber, Urheberrecht, Verdienstmöglichkeiten, Werbung, Zeitschriften.

Im zweiten Teil finden sich 15 Artikel von (zum Teil sehr namhaften) AutorInnen. So fordert zum Beispiel Felix Huby auf :"Versuch's doch mal mit einem Drehbuch!", Helga Pfetsch schreibt über "Die Lust am Übersetzen", und Sandra Uschtrins Thema ist "Das Internet".

Der dritte Teil versammelt schließlich ein ausführliches Literaturverzeichnis, ein Adressen- und das AutorInnenverzeichnis und zwei Normverträge (für AutorInnen und ÜbersetzerInnen).

Natürlich spielen auch die Themen und Positionen des VS selbst in diesem Buch eine große Rolle. Aber auch Nichtmitglieder und "VerbandsgegnerInnen" werden diesen Ratgeber sehr schnell als eines der wenigen "unverzichtbaren" Handbücher für Schreibende auf dem deutschen Markt schätzen lernen.

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William Goldman: Wer hat hier gelogen?, 2001, 17,45 Euro, 525 Seiten, Bastei Lübbe

Ich gebe es am besten gleich zu: Ich bin ein Fan von Goldman. Sein Roman “Die Brautprinzessin” gehört zu meinen “all time favorites”, viele Filme, zu denen er das Drehbuch geschrieben hat, sind mir unvergesslich, und sein Buch “Das Hollywood-Geschäft” habe ich verschlungen. Daher waren meine Erwartungen hoch, als ich den Nachfolgeband zum “Hollywood-Geschäft” in die Hände bekam.

Ich wurde nicht enttäuscht. William Goldman hat immer noch eine Menge zu erzählen: über das Filmgeschäft, über Stars und Studiobosse, über die Unwägbarkeiten des Drehbuchautorenlebens - und natürlich darüber, wie man Drehbücher schreibt und womit man in diesem Geschäft rechnen muss. All das erzählt Goldman auf seine eigene Art: immer persönlich, selbstbewusst, aber auch selbstkritisch, mit umwerfendem Humor und Esprit. Ob Clint Eastwood, Michael Douglas oder Mel Gibson - Goldman hat mit ihnen allen gearbeitet und dabei Schönes und Schreckliches erlebt, das er uns hautnah bringt. Er spart auch nicht die schmerzhaften Zeiten in seinem Berufsleben aus. So hat er eine sieben Jahre dauernde Flaute als Drehbuchautor erlebt, hat ein Buch wider besseres Wissen ruiniert, hat ein anderes nur durch die Hilfe eines Freundes retten können usw.

Praktische Hilfe beim Drehbuchschreiben bietet dieses Buch natürlich auch. Goldman analysiert Szenen aus vielen Drehbüchern (von “Verrückt nach Mary” bis zu “Der unsichtbare Dritte”) und zeigt, wie man eine Idee für eine Geschichte auf Filmtauglichkeit prüft. Auch diesmal hat er (wie im “Hollywood-Geschäft”) ein Drehbuch eigens für dieses Buch verfasst; es ist komplett darin abgedruckt - zusammen mit den (gnadenlosen) Analysen und Anmerkungen einer Hand voll Topdrehbuchautoren.

Ein höchst amüsantes, informatives und lehrreiches Buch, das jeder, der Drehbücher schreiben will, gelesen haben sollte. - Man hätte bei Bastei allerdings ein paar Mark fürs Korrektorat ausgeben sollen: Die Tippfehler häufen sich, und - das nur zwei der gröbsten Schnitzer - der Schauspieler Mandy Patinkin wird in der Übersetzung hartnäckig als Frau dargestellt, Liv Ullman hingegen als Mann ...

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Walter Krämer: Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit?, 1999, 256 Seiten, 12,90 Euro, Campus

Der Titel klingt recht trocken, und dass das Buch von einem Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik verfasst wurde, mag manche erst mal stutzen lassen. Doch wer die populären Bücher von Krämer kennt (zum Beispiel “So lügt man mit Statistik” und “Das Lexikon der populären Irrtümer”), weiß, dass hier kein Wissenschaftskauderwelsch, keine trockene Theorie zu erwarten sind. Vielmehr schreibt Krämer amüsant und unterhaltsam - und erfrischend unbürokratisch. Denn Wissenschaft sollte auch Spaß machen, und diesen Grundsatz beherzigt Krämer in seinem Buch auch selbst.

Er fängt nicht erst beim Schreiben der Arbeit an (ob Diplom- oder Examensarbeit oder Dissertation), sondern gibt bereits Hilfestellung bei der Suche nach dem geeigneten Thema und bei der Planung der Zeiteinteilung. Darüber hinaus bekommt man Infos und Tipps dazu,

  • was man bei Denkblockaden machen kann
  • wie und wo man auf herkömmliche Weise und mit elektronischen Medien recherchieren kann (mit zahlreichen Quellen für verschiedene Studienfächer - Fachzeitschriften, statistische Daten etc. - und einem konkreten Fallbeispiel)
  • wie eine Gliederung aussehen kann (übrigens hält Krämer wenig von Fußnoten: “Das populäre Vorurteil, dass erst der reichliche Gebrauch von Fußnoten einer Arbeit den rechten Wissenschaftsgeruch verleiht, ist ganz großer Quatsch.”)
  • welche Arten von Schaubildern und Tabellen es gibt und wie man sie einsetzt
  • wie man kurz und verständlich formuliert und “Sprachverstopfung” vermeidet
  • wie man am besten mit Formeln und Abkürzungen umgeht
  • was und wie man aus den unterschiedlichsten Quellen zitiert
  • wie man Schreibhemmungen überwindet und eine Arbeit überarbeitet
  • wie man das äußere Erscheinungsbild der Arbeit optimiert
  • was man vor der Abgabe ein letztes Mal überprüfen sollte

Jedes Kapitel endet mit Tipps zu weiterführender Literatur, und der Anhang verzeichnet eine Fülle von Quellen, Adressen, Literatur und Recherchemöglichkeiten. Ein Buch, dass erfrischend und für Studierende aller Fachrichtungen hoch informativ ist. Wer Angst vor der Abschlussarbeit hat oder nicht weiß, wo er/sie anfangen soll, kann sich die Sache mit diesem Ratgeber erheblich erleichtern.

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Werner Kließ: Wie schreibt man einen Fernsehkrimi?, 1987, 195 Seiten, 48 DM, Christa Kließ Verlag

Wer gute Kurzgeschichten und Essays schreibt, kann dadurch noch lange nicht fürs Fernsehen schreiben. Und schon gar nicht in der Sparte "Krimi". Andererseits machen Krimis (vor allem in Serien) einen großen und für viele attraktiven Teil der Fernsehunterhaltung aus.

Aber wie schreibt man nun einen Fernsehkrimi? Wie fängt man an? Wie entwickelt man eine gute Story? Welche Form soll ein Exposé/ein Drehbuch haben? Wie lang soll ein Exposé sein? Wie viele Seiten muss das fertige Drehbuch haben? Was unterscheidet ein gutes von einem schlechten Drehbuch? Und nicht zuletzt: An wen muss man sich als hoffnungsvoller Autor, als Autorin wenden, um ein Drehbuch zu verkaufen? Und was wird dafür etwa bezahlt?

Alle diese Fragen beantwortet Werner Kließ in seinem Buch "Wie schreibt man einen Fernsehkrimi?" Und er macht das auf eine Weise, die unspektakulär aussieht, aber ungemein wirkungsvoll für alle Lernenden ist: Er geht so vor, wie Schreibende in der Regel ebenfalls vorgehen würden: eine erste Idee, weiterspinnen, kritisieren, abändern, weiterspinnen, kritisieren ... Aus einer nur wenige Sätze langen Anfangsidee entwickelt Kließ so nach und nach eine fernsehtaugliche Geschichte und schreibt auch ein Exposé dafür. Dabei kommentiert er alles Wesentliche peu á peu - immer an der Stelle, an der es wirklich passt und am eindrucksvollsten illustriert wird.

Im zweiten Teil haben die Leserinnen und Leser dann ein echtes, komplettes Drehbuch vor sich. Es ist ein Originaldrehbuch zu einer Folge der Krimiserie "Ein Fall für zwei" von Karl Heinz Willschrei. Doch das Drehbuch wird wieder nicht einfach nur abgedruckt, sondern zwischendurch immer an den entscheidenden Stellen unterbrochen, kommentiert und analysiert. So wird die Dramaturgie klar, Entscheidungen des Autors werden nachvollziehbar und verständlich, das Drehbuch und sein Aufbau werden so transparent, dass der Lerneffekt für Schreibende kaum ausbleiben kann.

Der Markt für Fernsehkrimis ist seit Erscheinen des Buches (1987) explosionsartig gewachsen, da nun auch die privaten Sender mit zahlreichen Eigenproduktionen im Geschäft sind. (Das sah der Autor dieses Buches übrigens auch voraus.) Immer mehr gute (!) Autorinnen und Autoren werden demnach gebraucht. Und wenn Sie dazugehören wollen, sollten Sie dieses hervorragende, didaktisch ausgezeichnete, ungemein lehrreiche Buch von Werner Kließ aufmerksam studiert haben - dann werden Sie zumindest all die Nachwuchsautorinnen und -autoren aus dem Feld schlagen können, die das nicht getan haben!

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Sylvia Englert: Wörterwerkstatt. Tipps für Jugendliche, die gern schreiben, 2001, 256 Seiten, 24,80 DM, Ellermann

Als ich dieses Buch sah, mit seinem Untertitel: “Tipps für Jugendliche, die gern schreiben” - da habe ich wieder mal beklagt, dass die heutige Jugend es doch so viel besser hat als wir damals ... Aber im Ernst: Ich hätte als Jugendliche eine Menge für ein solches Buch gegeben.

Sylvia Englert hat damit nämlich kein Buch übers Schreiben und Veröffentlichen geschrieben, das die Themen erwachsener Schreibender einfach in jugendtaugliche Sprache übersetzt. Vielmehr ist auch ihre Themenauswahl auf die Bedürfnisse und Schwierigkeiten Jugendlicher zugeschnitten. Beispielsweise beschäftigt sie sich damit, wie man als Jugendlicher, der schreibt, mit allerlei Problemen umgehen kann: von den Eltern, die auf einen “anständigen” Beruf drängen, über verständnislose MitschülerInnen bis zur Frage, ob man einem Lehrer die eigenen Texte zeigen sollte. Speziell auf junge AutorInnen abgestimmt ist auch die Auswahl der Wettbewerbe und Publikationsmöglichkeiten.

Ansonsten geht es um das Handwerk des Schreibens: Jugendliche erfahren hier die Grundlagen dessen, was eine spannende Geschichte ausmacht (von der Ideenfindung bis zum Dialog). Sie lernen etwas über Sprache und Stil und über die verschiedenen Formen des Erzählens (vom Gedicht über das Theaterstück bis zum Roman). Ein eigenes Kapitel zum Überarbeiten fehlt erfreulicherweise ebenso wenig wie Hinweise zur Manuskriptgestaltung, zu Veröffentlichungsmöglichkeiten und zur Verlagssuche. Das letzte Kapitel informiert über Berufsbilder im Bereich “Schreiben”: vom Schriftsteller bis zur Lektorin. Ein Glossar rundet das Buch ab.

Die Sprache ist auf Jugendliche abgestimmt - z. B. werden die LeserInnen geduzt -, aber sie ist nicht penetrant. Viele Buchtipps und Adressen und auch einige Übungen machen das Buch ebenso praxistauglich wie die vielen Zitate von Schreibenden. Sylvia Englert hat sich (wie auch für ihr hervorragendes Buch “So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript”) mit vielen unterhalten, die entweder noch junge AutorInnen sind - oder die sich zumindest gut an ihre ersten Schreibschritte erinnern können.

Bei aller Begeisterung gab es für mich nur einige kleinere Kritikpunkte beim Lesen: Das wunderschön gestaltete Buch hat leider kein Register, es enthält recht viele orthographische Fehler, und einiges klingt - bei aller Ermutigung für die Jugendlichen - denn doch zu einfach (beispielsweise an der Stelle, an der es heißt, dass man nach dem Drehbuchschreiben “nur noch” eine Produktionsfirma oder einen Fernsehsender interessieren muss, um einen richtigen Film zu machen).

Ansonsten ist Sylvia Englert damit ein tolles Buch für jugendliche AutorInnen gelungen, das die Grundlagen des Schreibens und Veröffentlichens vermittelt und randvoll mit Tipps, Adressen - und Ermunterung ist. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich dieses Buch ebenso zum Standardwerk entwickelte wie Sylvia Englerts erstes Buch für AutorInnen (“So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript”; Besprechung hier).

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Horst-Dieter Radke: Word für AutorInnen. Kreatives Schreiben mit dem PC, 1998, 120 Seiten, 29,80 DM, Autorenhaus-Verlag Plinke, Hattwichstraße 66, 16548 Glienicke, Telefon (03 30 56) 9 63 00, Fax (03 30 56) 7 78 59

Wer mit dem PC noch nicht so gut vertraut ist, ihn aber fürs kreative Schreiben nutzen möchte oder muss, findet Hilfe in diesem Ratgeber. Einfach und verständlich, mit vielen Abbildungen und genauen Schritt-für-Schritt-Anleitungen können sich PCNeulinge in diesem Buch mit allen wichtigen und hilfreichen Funktionen fürs Schreiben vertraut machen. Aber auch Fortgeschrittene werden einiges finden, das ihnen das Schreiben erheblich erleichtern kann. Dieser Ratgeber bietet:

  • einen Crash-Kurs für Word
  • Tipps zum Sichern und Drucken
  • hilfreiche Funktionen fürs Überarbeiten, Korrigieren und Vergleichen von Texten und Textversionen
  • die wichtigsten Tastenkürzel
  • Hinweise zur Manuskriptgestaltung mit dem PC (Manuskript- und Drehbuchgestaltung, Formatvorlagen, Gliederung, Inhaltsverzeichnis, Fuß- und Endnoten, Index)
  • Ratschläge zur Zusammenarbeit mit einem Verlag (Seitengestaltung, Umgang mit Verlags-Druckformatvorlagen, was verlangen Verlage heute?)

Für AutorInnen bietet dieses Buch also gleich zwei besondere Vorzüge: Zum einen ist es wirklich für jede/n verständlich geschrieben (im Gegensatz zu einem Großteil der PC-Literatur), zum anderen sind die Inhalte speziell auf die Bedürfnisse von AutorInnen ausgerichtet. Sehr empfehlenswert!

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Anja Kemmerzell/Else Laudan (Hrsg.): Das Wort zum Mord. Wie schreibe ich einen Krimi?, 1999, 144 Seiten, 24,80 DM, Argument Verlag

Dieses Arbeits- und Lesebuch geht in zahlreichen Beiträgen den verschiedenen Aspekten des Krimischreibens auf den Grund. Es wendet sich ausdrücklich an SchreibanfängerInnen - hält aber auch für Erfahrene eine Menge Tipps, Tricks und Übungen bereit.

Die beiden Herausgeberinnen haben für dieses Buch zahlreiche Autorinnen und auch Lektorinnen gewinnen können, darunter beispielsweise Val McDermid und Katherine C. Forrest. Sie haben sich unter anderem mit diesen Themen beschäftigt: Milieu, Krimi-Personal (Haupt- und Nebenfiguren), Plot, Spannung, Erzählperspektive, Dialog, Sprache, besondere Kniffe. Auch was nach dem Schreiben kommt, wird nicht ausgespart. So geben Sylvia Englert (eine Besprechung ihres Ratgebers "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" finden Sie hier) und Petra Hermanns Tipps für das Anbieten eines Manuskripts und für die Vertragsverhandlungen. Bemerkenswert ist auch, dass der Sprache im Krimi Platz eingeräumt wird: Bremswörter, Verben, Aktiv oder Passiv, sinnvolle Absätze - ein solches Kapitel fehlt paradoxerweise in den meisten anderen Ratgebern zum Schreiben.

Ob falsche Fährten, "Hooks", Subtexte, Verdächtigenkreise oder exotische Schauplätze: Hier findet man praktische Tipps und Beispiele zu allen Themen, die KrimiautorInnen interessieren. Die Darstellung ist ausgesprochen praxisorientiert: Checklisten, Fragenkataloge, Übungen - mit diesem Buch kann man sofort arbeiten. Sehr hilfreich sind auch die Anmerkungen aus Sicht des Lektorats: Hier erfährt man, womit man LektorInnen todsicher in den Wahnsinn treibt ...

Im Anhang finden sich weiterführende Literatur, Internetadressen, Krimiverlage - und auch der Ariadne-Fragebogen. Er ist durchaus umstritten; in jedem Fall aber ist es spannend nachzulesen, welche Kriterien die Redaktion bei der Manuskriptauswahl anlegt.

Dieses Buch ist randvoll mit praktischen Anregungen und - auch wenn sich der eine oder andere Hinweis einmal wiederholt und nicht jedes Thema erschöpfend behandelt werden kann - ein gelungenes Arbeitsbuch für alle, die Krimis schreiben wollen.

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Ray Bradbury: Zen in der Kunst des Schreibens, 2003, 172 Seiten, 12,80 Euro, Autorenhaus-Verlag

Elf Essays aus dreißig Jahren sind in diesem Band versammelt, und in allen spürt man die Leidenschaft, die Bradbury im Vorwort als das A und O des Schrifstellerlebens definiert.

Der Autor von Romanen und Geschichten wie “Fahrenheit 451", “Die Mars-Chroniken” und “Das Kinderzimmer” beschreibt in seinen Essays keine Schreibtechniken (abgesehen von einigen Hinweisen auf seine Wortassoziationsmethode). Was er bietet, dürfte jedoch für angehende SchriftstellerInnen viel wichtiger sein, weil es grundlegender ist als jedes Handwerkszeug. Anhand seines eigenen Schreiblebens macht Bradbury deutlich, dass weder der Blick auf kommerziellen Erfolg noch der auf elitäre Literaturzirkel zu einer guten Geschichte führt. Nur der Autor, der sich an sich selbst, seine Leidenschaften, sein Unbewusstes, seine Geschichten und seine Arbeit hält, wird auf Dauer etwas Eigenes, etwas Besonderes schreiben können.

Das klingt hier weniger konkret, als es ist. In Bradburys Texten finden sich viele Hinweise, die SchriftstellerInnen umsetzen können - ganz gleich ob sie Romane, Kurzgeschichte, Gedichte, Theaterstücke oder Drehbücher schreiben. So ist auch Bradbury nicht einfach per Genie zu seinem beeindruckenden Werk gekommen, sondern nicht zuletzt dadurch, dass er jeden Tag geschrieben hat (schon als Jugendlicher waren es täglich tausend Wörter).

Wer sich auf dieses Buch einlässt, wird zwar keine Anleitungen, aber viele solcher Hinweise finden. Und man bekommt einen tiefen, aufregenden Einblick in das Leben und Schreiben und Denken eines ganz außergewöhnlichen Autors.

Dieses Buch macht mich nicht nur als Autorin, sondern auch als Rezensentin glücklich, weil ich das Folgende fast nie über ein Buch sagen kann: Dies ist ein Buch, das das Denken und Schreiben von AutorInnen radikal umkrempeln kann. Lesen!

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